Interview mit dem CEO von natural elements: Strategie, Sporternährung und Qualitätsanspruch
Natural elements-CEO Sebastian Mikuska im Gespräch über Sporternährung, Qualitätsphilosophie und Marktpositionierung.
1. Einleitung
Natural elements kennt man vor allem als Anbieter von Vitaminen und Mineralstoffen. Wer sich einen ersten Eindruck der Produktqualität verschaffen möchte – unser Test zum natural elements Omega 3 liefert eine gute Grundlage. Die Marke hat sich im deutschsprachigen Supplement-Markt einen Namen gemacht, insbesondere durch saubere Formulierungen, nachvollziehbare Dosierungen und einen transparenten Produktionsansatz. Doch das Unternehmen ist in Bewegung: Sporternährung soll künftig eine deutlich größere Rolle spielen.
Wir haben Sebastian, CEO von natural elements, über die aktuellen Entwicklungen befragt. Im Interview spricht er über die strategische Ausrichtung der Marke, den eigenen Qualitätsanspruch und darüber, wie natural elements sich in einem zunehmend gesättigten Markt positionieren will. Die Aussagen geben spannende Einblicke in die Entscheidungsprozesse hinter einer Marke, die bislang eher durch Zurückhaltung als durch laute Marketingkampagnen aufgefallen ist.
Sport-Segment auf Amazon 30% gestiegen
Der Marktkontext ist dabei nicht zu ignorieren: Laut Sebastian ist das Sport-Segment auf Amazon in den vergangenen zwei Jahren um rund 30 Prozent gewachsen. Sporternährung ist längst kein reines Athleten-Thema mehr. Für viele gehört sie heute selbstverständlich zu einem gesundheitsbewussten Lifestyle – und genau hier sieht natural elements strategisches Potenzial.
2. Vitamine reichen nicht mehr – natural elements greift an
Kein Strategiewechsel, sondern eine Erweiterung
Auf die Frage, warum Sporternährung bei natural elements nun stärker in den Fokus rückt, gibt Sebastian eine klare Antwort:
„Für uns ist die Fokussierung auf Sporternährung keine strategische Kursänderung, sondern eine konsequente Weiterentwicklung unseres ganzheitlichen Gesundheitsanspruchs."
Diese Einordnung ist wichtig, um zu verstehen, wie natural elements die eigene Entwicklung einordnet. Natural elements versteht Gesundheit nach eigenen Angaben ganzheitlich – Vitamine und Mineralstoffe bilden die Basis, aber Bewegung, Regeneration und Leistungsfähigkeit gehören für das Unternehmen genauso dazu. Sporternährung füllt in diesem Modell eine Lücke, die das bisherige Sortiment offen gelassen hat.
Zwei Pfeiler, ein Konzept
Im Interview macht Sebastian deutlich, dass Sporternährung langfristig als strategisch gleichwertiger Pfeiler neben Vitaminen und Mineralstoffen stehen soll. Mikronährstoffe bleiben das Fundament – für Evidenz, Vertrauen und Basisgesundheit. Sporternährung ergänzt dieses Fundament um funktionale Aspekte wie Muskelgesundheit, Regeneration und metabolische Leistungsfähigkeit. Wer sich über diese Produkte informieren möchte, haben wir bereits ein ausführliches Review zum Clear Protein von natural elements.
Entscheidend sei dabei, so Sebastian im Gespräch, dass natural elements kein reines Fitness-Label werden wolle. Performance und Regeneration sollen ausdrücklich als Teil eines ganzheitlichen Gesundheitskonzepts kommuniziert werden – nicht als isoliertes Sportprodukt-Sortiment. Aus meiner Sicht ist das eine klare Abgrenzung. Entscheidend wird sein, ob dieser Anspruch im Wettbewerb konsequent umgesetzt wird – denn genau hier trennt sich im Supplement-Markt oft Strategie von Realität.
Wer sich einen ersten Eindruck von der Marke verschaffen möchte, findet bei ihr bei uns eine ausführliche Übersicht zu Nutzerbewertungen und Produkterfahrungen natural elements Erfahrungen.
3. „Andere Marken täuschen ihre Kunden" – der Qualitätsanspruch im Detail
Was natural elements bewusst weglässt
Ein großer Teil des Gesprächs mit Sebastian dreht sich um Inhaltsstoffe – genauer gesagt darum, was natural elements bewusst nicht verwendet. Wir achten darauf, Zusatzstoffe auf das technologisch notwendige Minimum zu reduzieren und setzen Hilfsstoffe nur gezielt und transparent ein. Das bedeutet: Wo es technologisch notwendig ist, werden Hilfsstoffe bewusst eingesetzt – aber niemals unnötig oder intransparent. Azofarbstoffe werden generell ausgeschlossen, unter anderem wegen möglicher Auswirkungen auf Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern.
Beim Thema Süßstoffe in Proteinprodukten ist die Liste ebenfalls überschaubar: Nur Stevia und Sucralose kommen zum Einsatz. Acesulfam-K, Aspartam und Natriumcyclamat sind bewusst ausgeschlossen. Die hauseigene „Less Sweet"-Linie geht noch einen Schritt weiter – ausschließlich Stevia, keine Verdickungsmittel, keine Schaumverhüter.
Sebastian sagt ganz klar:
„Wir verzichten bewusst auf Inhaltsstoffe, die kurzfristig Absatz bringen könnten, aber langfristig Vertrauen kosten."
Diese Entscheidungen haben ihren Preis: Langsamere Maschinenläufe und aufwendigere Qualitätskontrollen treiben die Produktionskosten in die Höhe. Dass das Unternehmen diesen Weg dennoch geht, ist ein Signal – auch wenn es sich nur durch unabhängige Tests vollständig verifizieren lässt.
Teilweise entsprechen Dosierungen im Markt nicht den Erwartungen der Verbraucher
Ein Detail aus dem Interview, das im Marktvergleich besonders auffällt: natural elements führt nach eigenen Angaben aktiv Stabilitätstests durch, um sicherzustellen, dass der Vitamingehalt der Produkte bis zum Mindesthaltbarkeitsdatum erhalten bleibt. In einigen Produkten resultiert das in leicht erhöhten Ausgangsmengen, die den natürlichen Abbau ausgleichen sollen.
Sebastian selbst ordnet das im Gespräch klar ein:
„Das ist ein großer Unterschied zu Anbietern, bei denen die tatsächlichen Gehalte nicht immer vollständig mit den deklarierten Werten übereinstimmen."
Das ist eine klare Positionierung. Unterdosierungen sind im Supplement-Markt kein unbekanntes Thema – unabhängige Laboranalysen haben in der Vergangenheit immer wieder gezeigt, dass Etikettenwerte und tatsächliche Gehalte voneinander abweichen können. natural elements gibt an, durch aktive Stabilitätsprüfungen genau diesem Risiko vorzubeugen.
Transparenz als durchgängiges Prinzip
Im Interview mit Sebastian wird schnell deutlich: Transparenz ist für ihn kein Marketingbegriff, sondern Grundprinzip. Auf Aromen und Farbstoffe in Kapseln wird bewusst verzichtet, damit Du genau sehen kannst, was Du einnimmst. Keine versteckten Füllstoffe, keine Marketingzutaten in irrelevanter Dosierung, keine Coatings, die den Inhalt verschleiern. Wie dieser Anspruch in der Praxis aussieht, zeigt unser ausführlicher Test zum natural elements Vitamin D3 K2.
4. 35 % nehmen täglich Supplements – der Markt hat sich still und leise verändert
Von der Ausnahme zur Routine
Ein zentrales Thema im Interview ist die Frage, wie sich das Konsumverhalten in den letzten Jahren verändert hat. Sebastian sieht hier eine klare Entwicklung: Nahrungsergänzung ist längst kein Impulskauf mehr, sondern Teil einer festen Alltagsroutine. Laut internen Daten des Unternehmens nehmen rund 70 Prozent der eigenen Konsumenten regelmäßig Supplements ein – über 35 Prozent sogar täglich.
Das hat weitreichende Konsequenzen für die Anforderungen an Produkte. Wer täglich etwas einnimmt, bewertet anders als jemand, der gelegentlich kauft. Verträglichkeit, Löslichkeit, Geschmack und Verständlichkeit der Inhaltsstoffe rücken in den Vordergrund. Einmalversprechen auf der Verpackung verlieren gegenüber tatsächlicher Alltagserfahrung an Gewicht.
Weniger Produkte, mehr Relevanz
Im Gespräch beschreibt Sebastian auch einen Trend, der für die gesamte Branche relevant ist: Konsumenten wollen nicht mehr eine endlose Auswahl, sondern wenige Produkte, die wirklich funktionieren und sich einfach in den Alltag integrieren lassen. Die Erwartung an Transparenz und Verständlichkeit wächst – wer nicht erklären kann, was in einem Produkt steckt und warum, verliert zunehmend das Vertrauen einer informierter werdenden Zielgruppe.
Ob dieser Anspruch in der Praxis hält, haben wir uns beim natural elements Magnesium Komplex genau angeschaut. Dieser Wandel kommt natural elements mit seinem reduzierten, klar kommunizierten Ansatz strukturell entgegen. Gleichzeitig ist er eine Herausforderung für alle Anbieter, die bislang auf Sortimentsbreite und Hype-Zutaten gesetzt haben.
5. Kein Influencer, kein Hype – kann das im Sporternährungsmarkt funktionieren?
Marktdefizite statt Trend-Kopien
Auf die Frage, wie man sich in stark umkämpften Kategorien wie Whey-Protein oder Proteinriegeln behaupten kann, ohne einfach Trends zu kopieren, antwortet Sebastian mit einer klaren Methodik:
„Wir identifizieren, wo andere Anbieter Kompromisse eingehen – zum Beispiel bei Geschmack, Verträglichkeit oder Zutatenqualität – und entwickeln Produkte, die diese Schwächen adressieren."
Das ist ein Ansatz, der sich von klassischen Marketingstrategien im Supplement-Bereich unterscheidet. Statt möglichst viele Geschmacksrichtungen zu launchen oder mit extremen Marketingbotschaften zu arbeiten, soll die Differenzierung über die Produktsubstanz selbst entstehen. Ob dieser Ansatz langfristig gegen Marken mit hohen Marketingbudgets bestehen kann, wird sich zeigen. Am Ende entscheidet, ob Du als Konsument den Unterschied spürst – und ob er Dir den Mehrwert wert ist.
Pragmatismus statt reines Natürlichkeitsversprechen
Bemerkenswert im Interview ist auch, was Sebastian nicht tut: Er vermeidet absolute Aussagen. Beim Thema Aromen räumt er offen ein, dass synthetische Varianten in bestimmten Fällen notwendig sind, um ein stabiles Geschmackserlebnis zu gewährleisten:
„Ein stabiles und rundes Geschmackserlebnis ist in manchen Fällen nur mit synthetischen Aromen realistisch, und hier treffen wir pragmatische Entscheidungen."
Diese Offenheit ist im Markt keine Selbstverständlichkeit. Viele Anbieter kommunizieren pauschale Natürlichkeitsversprechen, ohne Einschränkungen zu benennen. Natural elements setzt dem einen differenzierteren Ansatz entgegen – was zur Glaubwürdigkeit beiträgt, aber auch bedeutet, dass man auf bestimmte Marketingbotschaften verzichtet.
6. Unsere Einschätzung: Starke Ansage – aber hält sie dem Markt stand?
Das Gespräch mit Sebastian zeigt: natural elements verfolgt eine klare Linie. Stabilitätstests, gezielter Einsatz von Hilfsstoffen, bewusster Verzicht auf bestimmte Zusatzstoffe – das sind konkrete Entscheidungen. Die Erweiterung in Richtung Sporternährung macht Sinn – das Segment wächst, die Zielgruppe passt, und der Gesundheitsansatz der Marke bietet eine nachvollziehbare Brücke zwischen klassischen Vitaminen und funktionalen Sportprodukten.
Was Sebastian im Interview beschreibt, klingt nicht nach leeren Versprechen: Stabilitätstests, bewusster Verzicht auf bestimmte Zusatzstoffe, höhere Produktionskosten für bessere Qualität. Das sind konkrete Entscheidungen, die sich von vielen Wettbewerbern unterscheiden.
Ein wichtiger Faktor im Hintergrund: natural elements gehört zur Natsana-Gruppe, zu der auch nature love und feel natural gehören. Das bedeutet, dass das Unternehmen nicht bei null anfängt – die Strukturen, das Know-how und das Kapital sind vorhanden. Wahrscheinlich soll innerhalb der Gruppe natural elements die Marke sein, die sich mit den neuen Sportprodukten abheben soll.
Trotzdem wird es kein einfacher Weg. Viele Supplement-Marken, die auf Amazon groß geworden sind, kämpfen damit, als eigenständige Marke wahrgenommen zu werden – und nicht nur als günstige Plattformoption. Amazon gibt Reichweite, aber wenig Markenidentität. Diesen Schritt aktiv zu gehen kostet Zeit, Geld und Konsequenz.
Der Sporternährungsmarkt ist hart umkämpft. Wer im Sporternährungsmarkt mitspielen will, trifft auf Marken, die seit Jahren Millionen in Marketing investieren und eine eingeschworene Community hinter sich haben. Kapital und Struktur allein reichen nicht – am Ende müssen Konsumenten den Unterschied spüren und bereit sein, ihn zu honorieren. Die Grundlage ist gelegt.